Die Trave. Leben in Lübeck
Trave

Wohnen in der Altstadt - Wohnen im Herzen Lübecks

Aktuelle Projekte

Einen kleinen Auszug der aktuellen Sanierungsprojekte der Grundstücks-Gesellschaft Trave auf der Lübecker Altstadtinsel und Informationen zum Gründungsviertel finden Sie auf dieser Seite. Die Artikel sind chronologisch sortiert und der Lübecker Altstadtzeitung entnommen, die Sie als vollständige Ausgabe jeweils hier finden.

Große Burgstraße 53

Eine wunderbare Winterbaustelle

Die Große Burgstraße 53 muss von Grund auf statisch gesichert werden

Von der Gebäudegröße her haben in der Großen Burgstraße 53 viele HandwerkerInnen Platz. Das Haupthaus hat vier Geschosse, der Seitenflügel zwei. Doch bei dieser Baustelle geht es weniger um das Nebeneinander als um die zeitliche Abfolge. Denn bevor wichtige Bauteile angefasst
werden können, muss zunächst das statische Grundgerüst gesichert werden. Anfang Oktober hat der Prüfstatiker das OK für die Planung gegeben. Nun kann die städtische Sanierungsträgerin TRAVE mit den Arbeiten an dem denkmalgeschützten Altstadthaus beginnen.

Als Erstes wurden die Fassaden eingerüstet. Schon das Baugerüst hilft, die Standsicherheit während der Bauphase zu sichern. Gleichzeitig begann die statische Sicherung im Keller, wo ein Fundament bisher völlig fehlte. Die Grundmauern standen einfach auf dem verdichteten Erdreich. Nun haben die Zimmerleute die Kellerdecke mit Metallstützen provisorisch bgestützt. Danach konnten die Rohbauer Mauertaschen in den alten Ziegelmauern anlegen, über die die neue Betonsohle mit den alten Mauern verzahnt wird.

Diese Arbeiten sind Voraussetzung dafür, dass die Zimmerleute die Deckenbalken ergänzen und ertüchtigen können. Das Schadensbild ist auch hier eindeutig. Ein Balken ist trotz einer irgendwann angebrachten Metallschiene gebrochen. Ein anderer ist nach Schädlingsbefall am Zerbröseln. Die Kellerdecke hat sich insgesamt im hinteren Gebäudeteil abgesenkt. Der Boden hingegen ist hier höher, so dass die lichte Raumhöhe nur noch 1,50 Meter beträgt. Das muss im Laufe der Sanierung behoben werden, denn die vier geplanten Wohneinheiten sollen im Keller jede einen Abstellraum bekommen. Hundertprozentig waagerecht wird die Kellerdecke – und damit der Boden im Erdgeschoss – aber nicht werden. Es geht einfach darum, eine  alltagstaugliche Ebene herzustellen.

Teilnehmerwettbewerb für Handwerksfirmen

Angesichts der aufwändigen Sanierung war schnell klar, dass wir bei der gesamten Baustelle die Kosten im Auge behalten müssen. Daher gibt es für alle Gewerke ein zweistufiges Ausschreibungsverfahren. In einem bundesweiten Teilnehmerwettbewerb konnten zunächst Handwerksfirmen ihr Interesse bekunden und ihre Erfahrung in der Sanierung historischer Bausubstanz nachweisen. Diese Firmen nehmen nach und nach an beschränkten Ausschreibungen teil, bei denen nach Preis entschieden wird. „Das ist besonders für die Rohbauer eine wunderbare Winterbaustelle“, erklärt Ulrike Steinfatt von der TRAVE. Nach den Gerüstbauern, den Rohbauern und Zimmerleuten kamen bereits die Dachdecker ins Spiel. Sie mussten als Erstes die Kehlrinne im Übergang zu den Nachbarhäusern abdichten, damit die Mauern nicht weiter vom Regen durchfeuchtet werden. Steinfatt ist sich sicher: „Technisch ist das alles machbar. Es kommt bei diesem großen Puzzle aber darauf an, behutsam vorzugehen. Erst wenn das statische Gefüge in Keller und Erdgeschoss wiederhergestellt ist, können die anderen Gewerke – voraussichtlich ab Frühjahr 2017 – in den oberen Geschossen tätig werden.“

Altstadtzeitung Ausgabe 55 / Dezember 2016
Redaktion: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit
www.bfoe-hh.de

Zweites Treppenhaus geplant

In der Großen Burgstraße 53 ist auch die Erschließung eine Herausforderung

Das denkmalgeschützte Mehrfamilienhaus in der Großen Burgstraße 53 hat das Potenzial, ein besonderes Schmuckstück zu werden. In unmittelbarer Nähe des Burgtors entstehen in dem dreigeschossigen Haus insgesamt vier Wohneinheiten – drei im Vorderhaus und eine im Seitenflügel. Die künftigen BewohnerInnen werden sich auch über den großen Garten freuen können. Doch bis es dazu kommt, muss die stark geschädigte Bausubstanz fachgerecht saniert werden. Die Grundstücks-Gesellschaft TRAVE hat als städtische Sanierungsträgerin bereits den Bauantrag gestellt.

Wer das Haus betritt, steht zunächst in einem langen Flur, von dem links und rechts Zimmer mit historischen Holzwänden abgetrennt sind. Hat man die 17 Meter durchschritten, kommt man zum historischen Treppenaufgang, über den auch der Seitenflügel erschlossen wird. Der Blick durch die Fenster geht zum langgezogenen Garten, der das Grundstück abschließt. Der schmale Grundriss war dann auch eine der großen Herausforderungen für die Planung. Zumal sich über das denkmalpflegerisch bedeutsame Treppenhaus heutzutage kein Mehrfamilienhaus mehr erschließen lässt. Die Holztreppe entspricht nicht den heutigen Bestimmungen in punkto Brandschutz.

Die ArchitektInnen Nicola Petereit und Jörg Haufe haben in ihren Planungen daher ein zweites Treppenhaus vorgesehen. „Das historische Treppenhaus schlagen wir der Wohnung im Seitenflügel zu. Damit können wir hier eine abgeschlossene Wohneinheit über zwei Etagen herstellen“, erklärt Petereit. Für ein wohnungsinternes Treppenhaus gelten geringere Anforderungen. Und der Seitenflügel wird dadurch in Gänze denkmalgerecht erhalten. Ins Erdgeschoss kommen ein Wohnraum mit Kachelofen und die Wohnküche mit Zugang zu einer Terrasse. Das Bad findet noch neben der Treppe im Haupthaus Platz. Im ersten Obergeschoss bietet sich dann das hintere Zimmer als Schlafraum an, weil das vordere zwangsläufig ein Durchgangszimmer ist.

Zweites Treppenhaus mittig angeordnet

Um im Haupthaus Durchgangszimmer zu vermeiden, haben die ArchitektInnen das zweite Treppenhaus mittig angeordnet. So können in den oberen Stockwerken die Wohnräume jeweils zur Straßen- und Gartenseite angeordnet und von einem Flur in der Mitte aus erreicht werden. Hier entstehen zwei Maisonette-Wohnungen: Die eine liegt im ersten Obergeschoss und hat noch die straßenseitige Hälfte des zweiten Geschosses für sich. Die andere beginnt im gartenseitigen Teil des zweiten Obergeschosses und umfasst auch noch das Dachgeschoss.

Bei der Abgrenzung der Wohneinheiten mussten die PlanerInnen neben dem Brandschutz auch den Schallschutz berücksichtigen. Um die historisch wertvollen Holzwände zu erhalten, setzen sie daher auf Trockenbauwände als zweite Schicht. Von jeweils einer Seite können die alten Wände dann sichtbar bleiben und das Raumgefühl des Altstadthauses prägen. Das gilt auch für die vierte und kleinste Wohneinheit des Hauses, die im Erdgeschoss rechts angesiedelt ist. Das Gebäude ist fast vollständig unterkellert. Neben Abstellräumen für die vier Wohnungen sind hier auch Anschlüsse für die Waschmaschinen aller BewohnerInnen geplant.

Eingriffe mit Denkmalpflege abgestimmt

Wegen der geringen Raumhöhe in den oberen Geschossen ist nicht überall eine Aufdopplung der Böden oder Decken möglich. Hier bedarf es besonderer Lösungen, um sowohl dem Schallschutz als auch den Anforderungen der Tragwerksplanung gerecht zu werden. Mit der Denkmalpflege werden alle Eingriffe abgestimmt. So reagiert zum Beispiel die Lage des neuen Treppenhauses auf das Schadensbild in den Deckenbalken. Für die Fachleute ist immer von Bedeutung, dass insgesamt möglichst viel historische Bausubstanz erhalten und denkmalgerecht ertüchtigt werden kann.

Altstadtzeitung Ausgabe 51 / Dezember 2015
Redaktion: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit
www.bfoe-hh.de

Das Wunschkonzept steht fest

Kleinstwohnungen werden durch größere Wohneinheiten ersetzt

Die Große Burgstraße 53 repräsentiert ein großes Lübecker Dielenhaus und wurde erstmals im Jahr 1289 erwähnt. Nach den ersten baulichen Änderungen im 16. und 17. Jahrhundert folgten weitere umfangreiche Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert. Die klassizistische Fassade von 1824 und das Mansarddach sind bis heute erhalten geblieben. Der Seitenflügel stammt aus der Zeit des Barocks. Seit Ende 1978 steht das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz.

Ein Modernisierungsgutachten und ein Nutzungskonzept sind vom Lübecker Architekturbüro Haufe und Petereit vorbereitet worden. Der Antrag auf Städtebau-förderungsmittel wird derzeit vom Innenministerium bearbeitet.
Gemäß des erstellten Konzeptes entstehen im Vorderhaus zwei großzügige Maisonette-Wohnungen über je zwei Etagen. Im Seitenflügel ist eine weitere Wohnung geplant.
Im Rahmen der Sanierung soll so viel wie möglich von der historischen Bausubstanz erhalten bleiben.

Impressionen

 
 
 
 

Altstadthäuser sind alles, nur nicht rechtwinklig

3-D Vermessungen liefern ein getreues Abbild aller Verformungen

Große Burgstraße 53, Hofseite:
Stefan Lorenz beugt sich über sein Vermessungsgerät und peilt die Rückwand des denkmalgeschützten Hauses an. Ebene für Ebene vermisst das Gerät die Backsteine, Fensterrahmen, jeden einzelnen Metallbeschlag. Die 3D-Pläne, die Lorenz aus den Messungen errechnet sind Grundlage für die spätere Sanierung. Mit den Planungen dazu will die städtische Sanierungsträgerin, die Grundstücks-Gesellschaft »Trave« mbH, jetzt beginnen.Der letzte Mieter ist im März 2011 ausgezogen. Und nachdem dann die Wandverkleidungen abgebaut waren, traten die Schäden an der Bausubstanz im Haupthaus – drei Stockwerke plus Dachgeschoss – deutlich zutage. Beim zweigeschossigen Seitenflügel bröckelt ebenfalls der Putz von der Außenwand. Ein Anbau ist so verfallen, dass längst Bäume durchs löchrige Dach wachsen. Die »Trave« will die alten Kleinstwohnungen durch größere Wohneinheiten ersetzen, die den heutigen Ansprüchen genügen. Für die architektonische Neuplanung ist eine genaue Bestandsaufnahme wichtig.

In Lübeck ist alles schiefwinklig

Genau deswegen ist Stefan Lorenz hier. Der Denkmallpflege-Techniker hat seit 15 Jahren zahlreiche Gebäude der Hansestadt von innen und außen vermessen. „In Lübeck ist alles schiefwinklig“, weiß er aus Erfahrung. Seine Arbeit beginnt mit Klebepunkten, die er an den Wänden verteilt. Drei dieser Messpunkte muss er anpeilen, um sich räumlich zu verorten. „Damit starte ich in der schwierigsten Etage, meist dem Dach.“ Nachdem er ausreichend Referenzpunkte festgelegt hat, stellt Lorenz sein Messgerät – Fachbegriff Tachymeter – auf. Es sieht ungefähr so aus, wie man es von Straßenvermessungen her kennt. Damit peilt der Fachmann die einzelnen Ebenen der Wände nacheinander an. Die Messdaten werden gleich im angeschlossenen Laptop gespeichert und später im Büro aufgearbeitet. Das CAD-Programm liefert Ansichten, für die eine Vielzahl von Ebenen kombiniert wird. Die Auswertungsmöglichkeiten für die ArchitektInnen sind später sehr komfortabel. So können beispielsweise Heizkörper, die im Zuge der Sanierung verschwinden, gleich ausgeblendet werden. Alternativ kann Lorenz auch einen 3D-Scanner einsetzen. Dieser rotiert für zirka 15 Minuten um sich selbst und nimmt dabei ein Bild des ganzen Raumes auf. Dieses Verfahren ist immer dann gefragt, wenn nicht nur Pläne, sondern dreidimensionale „Orthofotos“ gebraucht werden. Hierbei kann der Betrachter am Computer jeden möglichen Blickwinkel einnehmen und quasi virtuell durch das Gebäude wandern. Bei einem kleinen Haus sind dazu 20 bis 30 Scans nötig.

Fehlerquote bei null Prozent

Ein Gebäudeensemble wie das in der Großen Burgstraße 53 hat Lorenz in zwei bis drei Wochen vermessen. Ein Mitarbeiter übernimmt die Weiterverarbeitung im Büro. Der Aufwand und die Kosten für die ausführliche Vermessung lohnen sich. Jeder Balken kann mit seinen Unebenheiten und der genauen Lage bei den Planungen berücksichtigt werden. Die Fehlerquote des verformungsgetreuen Aufmaßes liegt bei null Prozent. Wie sich die neuen Wohnungen in die alte Bausubstanz einfügen lassen, liegt nicht mehr in der Hand des Vermessers. Lorenz: „Was sich hier planerisch umsetzen lässt, müssen die ArchitektInnen entscheiden.“

Altstadtzeitung Ausgabe 33 / Juni 2011
Redaktion: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit
www.bfoe-hh.de

Große Altefähre 7

Exposé

Download Exposé Große Altefähre 7

Wir freuen uns über Ihr Interesse an den Eigentumswohnungen im Haus Große Altefähre 7. Vom 22.12.2016 bis 09.02.2017 können Sie die Wohnungen jeden Donnerstag in der Zeit von 16:00 bis 17:00 Uhr besichtigen.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.
Frank Kähler, 0451 7 99 66-308, kaehler@trave.de

Vier Freisitze und ein großer Garten

In der Großen Altefähre 7 stehen ab Sommer vier Wohnungen zum Verkauf

Je höher man kommt, desto schöner wird der Ausblick. Das wird bei einem Rundgang durch die vier Stockwerke der Großen Altefähre 7 schnell klar. Nach der Sanierung durch die städtische Sanierungsträgerin Trave hat jede der Wohneinheiten einen individuellen Freisitz. Dazu kommt eine Gemeinschaftsfläche im großen Garten. Die vier Eigentumswohnungen, die nach der Fertigstellung im Sommer in den Verkauf gehen, profitieren auch von Energiesparmaßnahmen wie Dämmung und moderner Haustechnik.

Bei der Sanierung galt es einige Hindernisse zu überwinden. Zunächst begann die Trave mit dem Abbruch eines mehrgeschossigen rückwärtigen Anbaus – im Handabtrag durchs Vorderhaus. Anschließend folgten die Freilegungsarbeiten im Vorderhaus, um ein Modernisierungsgutachten erstellen zu können. Nach der Planungsphase begann die eigentliche Sanierung mit dem Anheben einer abgesackten tragenden Mittelwand. Die bei diesen Arbeiten auftretenden Befunde führten zur Unterschutzstellung durch die Denkmalpflege. Im weiteren Verlauf gab es dann Probleme mit einigen der beauftragten Firmen. Ein Ingenieurbüro für die Fachplanung der Haustechnik ging in die Insolvenz, der Nachfolger verschwand vom Markt. Die Koordinierung der haustechnischen Gewerke gestaltete sich daher besonders schwierig, zumal auch ein anderer Handwerksbetrieb über Monate nur sporadisch auf der Baustelle erschien. Damit waren die übrigen Gewerke ebenfalls nicht handlungsfähig. Durch diese Verkettung unglücklicher Umstände haben sich die Sanierungsarbeiten deutlich in die Länge gezogen.

Individueller Charme

Im Ergebnis haben die Verzögerungen dem Gebäude aber nicht geschadet. Wer die vier Wohnungen besichtigt, steht vor der Qual der Wahl. Zwar sind die Grundrisse in zentralen Bereichen sehr ähnlich: In der Mitte liegen jeweils die Bäder und Abstellräume. Zur südlichen Gartenseite sind die Wohnräume angeordnet. Die Zimmer zur Straßenseite werden die künftigen BewohnerInnen wohl eher zum Schlafen oder Arbeiten nutzen. Trotzdem hat jede Etage ihre Besonderheiten, die jeweils ihren ganz eigenen Charme haben. So ist beispielsweise im Erdgeschoss ein lichtdurchfluteter Seitenflügel mit Zugang zur Terrasse das große Plus. Im Raum direkt davor sind die Wasser- und Stromanschlüsse für einen freistehenden Küchentresen vorbreitet. Denn das ist das Prinzip einer Sanierung durch die Trave Technische Anschlüsse werden vorbereitet, aber die Ausgestaltung der Küchen bleibt den KäuferInnen vorbehalten. Wobei es in diesem Fall einen triftigen Grund dafür gibt, dass die Küchenzeile nicht an der Wand installiert werden kann. Eine historische Backsteinmauer mit mittelalterlichen Nischen prägt hier den Raum und muss unangetastet bleiben.

Auch in den oberen Wohnungen waren individuelle Lösungen für die sonnige Südseite gefragt. Im 1. Obergeschoss gibt es eine Dachterrasse auf dem Seitenflügel. Der Balkon im etwas kleineren 2. Obergeschoss ist seitlich angeordnet. Das Dachgeschoss erhält seinen besonderen Charme durch das Mansarddach, in das Architektin Sigrid Meyer eine Loggia integriert hat. Bei der Inneneinrichtung können die KäuferInnen dann ihre eigenen kreativen Ideen entwickeln.

Altstadtzeitung Ausgabe 52 / März 2016
Layout: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit e.K.
www.bfoe-hh.de

Viermal Wohnen mit Ausblick

In der Großen Altefähre 7 stehen vier Eigentumswohnungen zum Verkauf

Bei der Sanierung des Hauses Große Altefähre 7 entstehen vier Eigentumswohnungen – je eine pro Geschoss. Unter Beibehaltung der historischen Raumstruktur wurden die Grundrisse den heutigen Bedürfnissen angepasst. Die Wohnräume sind zur sonnigen Süd-West-Seite im Blockinnenbereich ausgerichtet. Jede der Wohnungen verfügt über eine individuell gestaltete Freifläche – Terrasse, Balkon oder Loggia. Auch die Nachbarn profitieren von der umfangreichen Sanierung. Ein in den 1940er Jahren errichteter rückwärtiger hoher Anbau, der den Blockinnenbereich dominierte, wurde im Rahmen einer Ordnungsmaßnahme abgerissen. Durch die anschließende Bodenordnung ist ein Stück des Gartens einem Nachbargrundstück zugeschlagen worden. So können auch hier die BewohnerInnen künftig den attraktiven Blockinnenbereich noch mehr genießen.

Historisches Treppenhaus

Eine Besonderheit des Gebäudes ist das Treppenhaus mit Befunden aus verschiedenen Bauepochen. In einer mittelalterlichen Wandnische wurden Malereien gefunden, deren letzte Fassung wohl aus dem 17. Jahrhundert stammt. Seitlich davor steht eine halbrunde Nische – Konche genannt –, die vor gut 100 Jahren in der Gründerzeit davor gesetzt wurde. Beide werden erhalten und in den Eingangsbereich integriert. In den vier Wohneinheiten ist durch das Schließen alter Lichtschächte zusätzliche Nutzfläche entstanden. Neben der Verbesserung von Schall- und Brandschutz hat diese Maßnahme folgenden Vorteil: Das Architekturbüro Meyer Steffens, das die Sanierung im Auftrag der Sanierungsträgerin TRAVE leitet, konnte hier im Inneren des Gebäudes Hauswirtschaftsräume und moderne Bäder anordnen. Insgesamt sind drei 4-Zimmer-Wohnungen mit Größen von zirka 104 bis zirka 130 Quadratmetern und eine 3-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss mit zirka 91 Quadratmetern entstanden. Dabei sind die jeweiligen Freiflächen in unterschiedlicher Größe noch nicht berücksichtigt. Die Eigentumswohnungen gehen voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in den Verkauf.

Altstadtzeitung Ausgabe 46 / September 2014
Text: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit e.K.,
www.bfoe-hh.de

Wandnischen mit Malereien

Die Große Altefähre 7 steht jetzt unter Denkmalschutz

Es war eine Abfolge von Überraschungen. Hinter einer Wand aus Gipskarton kamen im Treppenhaus der Großen Altefähre 7 nacheinander eine gründerzeitliche und eine mittelalterliche Wandnische zum Vorschein. Bei der Sanierung stellt sich nun die Frage, welcher historische Zustand wieder hergestellt werden soll. Die neuen KäuferInnen der vier Eigentumswohnungen, die bis Mitte 2014 fertig gestellt werden, können sich auf alle Fälle über ein besonderes Treppenhaus freuen. Von Anfang an war klar, dass der Eingangsbereich mit seiner gründerzeitlichen Stuckdecke ein Schmuckstück des Hauses ist – und bleiben soll. Doch die Decke war so brüchig, dass der Stuck vorsichtig abgetragen und zwischengelagert werden musste. Auch an die mittelalterliche Brandwand musste man im Zuge der Sanierung heran. Als die Handwerker Abdeckungen aus Gipskarton entfernten, stießen sie zunächst auf einen halbrunde Nische aus der Gründerzeit. Diese sogenannte Konche bot damals wahrscheinlich Platz für eine Statue. Doch die Entdeckungen gingen in der dahinter liegenden Brandwand noch weiter. Neben der Konche entdeckte man einen ausgemauerten Steinbogen. Auch er wurde vorsichtig geöffnet. Zum Vorschein kam eine Wandnische mit Resten von historischen Malereien, die bis in die Renaissance zurückreichen.

Drei Farbschichten übereinander

Restauratorin Eileen Wulf musste ganz genau hinschauen. Drei Farbschichten liegen in der Nische übereinander. Direkt auf dem Putz hat die Expertin eine erste Schicht in einem Blauton gefunden, die sie auf die Zeit der Renaissance datiert. „Darüber liegt eine Schicht mit figürlichen Darstellungen, die aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen könnte“, erklärt Wulf. Sie weist auf ein Gesicht, lockiges Haar und Früchte. Für den Laien sind die Malereien auf den ersten Blick nicht zu deuten. Denn schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde sie mit einer Marmorierung aus roter Tünche mit weißen und dunkelgrauen Strichen wieder übermalt. Irgendwann sind die Farbschichten dann ganz hinter Backsteinen verschwunden. Die Wandnischen wurden zugemauert, später die Konche erstellt. Wie soll nun mit der historischen Bausubstanz umgegangen werden? „Die Konche bleibt erhalten“, erklärt Ulrike Steinfatt. Sie ist bei der Sanierungsträgerin, der Grundstücks-Gesellschaft TRAVE mbH für die Arbeiten verantwortlich. „Daher können wir die Nische dahinter nur teilweise öffnen. Es ist gut möglich, dass am Ende mehrere Zeitschichten sichtbar bleiben.“ Das hängt vom Befund der restauratorischen und baugeschichtlichen Untersuchung ab. Die Entscheidung trifft die TRAVE dann gemeinsam mit der städtischen Denkmalpflege. Denn die Funde haben zur Folge, dass das Haus künftig unter Denkmalschutz steht.

Moderne Küchengestaltung

Dazu beigetragen haben noch weitere Malereien an den alten Brandwänden, die das Haus von den Nachbargebäuden trennen. Eine davon ist in der künftigen Küche der Erdgeschosswohnung. Wo eigentlich eine Küchenzeile aufgestellt werden sollte, fanden sich aufgemalte Diamantquader – quasi eine Malerei mit 3D-Effekt. „Das war eine gängige Dekoration in der Zeit um 1600“, weiß Restauratorin Wulf. Die Anschlüsse für die Küchengeräte werden nun in den Fußboden verlegt, um einen frei stehenden Küchenblock zu ermöglichen. Wie genau der aussieht, können dann die KäuferInnen der Wohnung bestimmen. Auch mit dem Denkmalschutz bleibt innerhalb der historischen Mauern genügend Spielraum. Dazu trägt bei, dass auf der Hofseite des Gebäudes Anbauten jüngeren Datums abgetragen und die rückwärtige Außenwand teilweise neu errichtet wurden. Dadurch sind künftig Freisitze in Form von Terrasse, Balkon oder Loggia für alle Wohneinheiten möglich.

Altstadtzeitung Ausgabe 43 / Dezember 2013
Text: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit e.K.,
www.bfoe-hh.de

Altstadthaus ins Lot gebracht

Bei der Großen Altefähre 7 werden schiefe Fußböden ausgeglichen

Was ist zu tun, wenn die Mittelwand eines Hauses abgesackt ist? Dazu noch die Balkenköpfe der Zwischendecken teilweise verrottet sind? In der Großen Altefähre 7 ergibt sich aus beiden Schäden zusammen die Lösung: Die Deckenbalken werden an den Seitenwänden ebenfalls abgesenkt und ein Stück tiefer neu im Mauerwerk verankert. So entstehen wieder gerade Fußböden und dank eines Betonfundaments eine stabile statische Konstruktion. Nach der Sanierung wird auch das Besondere an diesem Altstadthaus aus dem 16. Jahrhundert wieder zum Tragen kommen. Es ist mit seiner Großflächigkeit ideal für familientaugliche große Wohnungen.

Der Baulärm ist nicht zu überhören. Zu Beginn der Sanierung arbeiten sich Presslufthammer durch das Erdgeschoss. Der alte Betonboden muss zunächst entfernt werden. „Das Gebäude ist mangelhaft gegründet“, erklärt Architektin Sigrid Meyer. Das war der Grund dafür, dass die Mittelwand abgesackt ist. Nun werden die tragenden Bauteile von unten nach oben ertüchtigt. Die Deckenbalken werden mit frischem Holz ergänzt und wieder in die seitlichen Brandwände eingepasst – nur eben ein bisschen tiefer als vorher. Dazu werden die vorhandenen Balken mit Metallsäulen abgestützt und Zentimeter für Zentimeter abgesenkt. „All diese Maßnahmen werden regelmäßig mit dem Statik-Ingenieur, Frank Holst, abgestimmt“, sagt Meyer, die die Arbeiten im Auftrag der Sanierungsträgerin Grundstücks-Gesellschaft TRAVE mbH leitet.

Holz mit Beton kombiniert

Zur Stabilisierung des Gebäudes tragen auch die neuen Holz-Beton-Verbunddecken bei. Das Prinzip: Die Zwischenräume zwischen den alten Holzbalken werden mit Beton ausgefüllt. Dies dient auch dem Schall- und Brandschutz, der bei einem vierstöckigen Gebäude sehr wichtig ist. Zusätzliche Wohnfläche entsteht, weil zwei große Lichtschächte geschlossen werden. Trotz der baulich notwendigen Änderungen wird so viel wie möglich von der Bausubstanz erhalten. Vor den Umbauten haben die Arbeiter Stuckreste im Eingangsbereich gesichert, die später nachgeformt und ergänzt werden. Das alte Holztreppenhaus wird vollständig erhalten, aber brandschutztechnisch ertüchtigt. Ein zusätzlicher Handlauf soll dafür sorgen, dass die heute geforderte Mindesthöhe des Geländers eingehalten wird. Im Dachgeschoss sichern derzeit Planen das Dach. Die Balken werden noch in einem speziellen Verfahren mit Eispartikeln gereinigt. „Das ist sehr viel schonender für das Holz als es mit Sand zu strahlen“, so Meyer.

Freisitze für alle Stockwerke

In jedem Stockwerk entsteht eine selbständige Wohneinheit. Das große Plus: Sie bekommen jeweils eine Freifläche. Im Erdgeschoss ist dies eine Terrasse, im ersten und zweiten Obergeschoss jeweils ein Balkon und im Dachgeschoss eine Loggia. Diese Freiflächen liegen in begehrter Süd-West-Richtung. Auch die Nachbarn profitieren von der Sanierung, weil die Grundstücksgrenzen verändert werden. Das Grundstück Große Altefähre 5 bekommt im Rahmen einer Bodenordnung eine rückwärtige Freifläche zugeschlagen. So können künftig alle – an ihren individuellen Plätzen – den wunderbaren Blockinnenhof genießen.

Altstadtzeitung Ausgabe 37 / Mai 2012
Text: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit e.K.,
www.bfoe-hh.de

Vier Etagen, vier Wohnungen

Eigentumswohnungen in der Großen Altefähre 7 bekommen je eine Freifläche

Hier entstehen vier Eigentumswohnungenzoom
Hier entstehen vier Eigentumswohnungen

Drei bis vier Zimmer, eine Wohnküche, zwei Bäder – die Eigentumswohnungen in der Großen Altefähre 7 bieten mit um die 100 Quadratmetern den künftigen BewohnerInnen viel Raum. Zudem bekommt jede Wohnung auf ihrer Etage noch eine eigene Freifläche als Loggia, Balkon oder Terrasse. Nach dem bereits erfolgten Abriss des Hofgebäudes im Rahmen einer städtischen Ordnungsmaßnahme, entsteht, als weiterer Pluspunkt, eine große Gemeinschaftsfläche im Garten.

Mit dem Einzug wird es aber noch etwas dauern – nach Abschluss der Planungen laufen derzeit erst einmal die Förderanträge. Das Gebäude ist mit einem Alter von ca. 100 Jahren zwar für Altstadtverhältnisse nicht besonders alt, aber dennoch stellte sich die Frage, wie man hier moderne Wohnungen entwirft, ohne die bestehenden Innenwände komplett zu zerstören. Eine zentrale Frage war, was mit den beiden Lichtschächten geschehen solle. Geprüft wurde der Einbau eines Fahrstuhls. Doch dies hätte die Wohnungen zerschnitten, die Grundrisse wären deutlich schlechter nutzbar gewesen und es wäre zu viel Bausubstanz verloren gegangen. Nun werden die ehemaligen Schächte geschlossen und den Wohnungen zugeschlagen.

Ausgeklügelt: Grundriss des 2. Geschosseszoom
Ausgeklügelt: Grundriss des 2. Geschosses

Das Prinzip der Raumaufteilung ist auf allen Stockwerken gleich. Die Bäder kommen in die Mitte, die Wohnräume an die Außenfassaden, wo Fenster das Tageslicht hereinlassen. Auch sonst steht die Helligkeit bei den Planungen an erster Stelle: Für die Erdgeschosswohnung wird ein wintergartenähnlicher Seitenflügel dort angebaut, wo vorher ein Teil des Hofgebäudes stand. Die Mittelwand muss angehoben werden. Wenn voraussichtlich im Sommer die Arbeiten beginnen, muss zunächst noch ein baulicher Mangel behoben werden. Die gesamte Mittelwand des Hauses ist über alle Stockwerke hinweg abgesackt. In den betreffenden Räumen hat der Fußboden zum Teil eine Höhendifferenz von 20 cm. Die Lösung erfolgt nach dem Prinzip Wagenheber: Mit Stützen wird die Wand samt Zwischendecken Stück für Stück angehoben und neu unterfüttert. Statische Probleme und schiefe Fußböden sind also kein Privileg mittelalterlicher Gebäude.

Altstadtzeitung Ausgabe 29 / Juni 2010
Text: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit e.K.,
www.bfoe-hh.de

Stück für Stück abgetragen

In der Großen Altefähre 7 sorgt der Abriss eines großen Anbaus für mehr Freifläche im Innenhof

Wie bekommt man ein zweistöckiges Hofgebäude durch ein Treppenhaus? Das ist ungefähr das Problem, vor dem Architekt Rainer Steffens in der Großen Altefähre 7 stand. Die Antwort: Stück für Stück. Innerhalb von knapp zwei Monaten wurde ein rückwärtiger Anbau, der zuletzt den Gemeindesaal einer Freikirche beherbergte, mit Presslufthammer und kleinen Baumaschinen abgebrochen. Den Schutt transportierten die Arbeiter durch das Vorderhaus aus dem 19. Jahrhundert ab, das die Lübecker Architekten Meyer Steffens nun im Auftrag der städtischen Grundstücks-Gesellschaft TRAVE sanieren. Nicht nur die künftigen KäuferInnen der vier Eigentumswohnungen, die im Zuge der Sanierung entstehen, profitieren vom neu geschaffenen Platz im Innenhof. Im Rahmen einer Bodenordnung bekommt das Nachbargrundstück einen Teil der Fläche zugeschlagen. „Die direkten Nachbarn hatten bisher hinterm Haus gerade mal Platz für einen Tisch und die eigenen Mülltonnen“, beschreibt Architekt Steffens die Situation. Der Abriss und die Flurbereinigung machen den gesamten Häuserblock attraktiver. Schon seit Jahren haben drei GrundstückseigentümerInnen in der Nachbarschaft ihre schmalen Gartenstreifen füreinander geöffnet. Die gemeinsame Anlage bekommt jetzt noch mehr Luft. Beim Abriss hatte auch der Statiker ein Wort mitzureden. Er musste gewährleisten, dass durch die Arbeiten keine Schäden in den benachbarten Gebäuden entstehen. „Ich musste erst einmal klären, ob die Stahlträger im Anbau eine Verbindung mit denen im Vorderhaus haben. Ein Teilabriss kann das ganze Tragsystem verändern“, erklärt Statiker Frank Holst. Daher wurden die tragenden Bauteile vor dem Abbruch erst einmal behutsam freigelegt.

Lichtschächte fallen weg

Auch der Architekt schaut jetzt genau hin, was bei den Freilegungsarbeiten im vierstöckigen Vorderhaus zum Vorschein gekommen ist. Im Treppenhaus wurde beispielsweise hinter einer abgehängten Decke Stuck gefunden. Von solchen Funden ist die spätere Planung abhängig: Wie werden die Wohnungen aufgeteilt? Wo müssen Bauteile saniert werden? „In dem Haus gibt es zwei große Lichtschächte, die man in dieser Form schon aus brandschutztechnischen Gründen nicht erhalten kann“, erzählt Steffens. Diese Flächen könnten den Wohnungen zugeschlagen werden – zumal durch den Abriss des rückwärtigen Anbaus mehr Fensterfläche zur Verfügung steht. Für die Planungsphase bleibt jetzt genügend Zeit. Im Garten ist erst einmal die Bodendenkmalpflege aktiv. Auf den frei geräumten Flächen graben die Fachleute nach dem, was von früheren Gebäuden übrig geblieben ist.

Altstadtzeitung Ausgabe 26 / September 2009
Redaktion: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit
www.bfoe-hh.de

Gründungsviertel - Verkauf ab November 2015

Leben in der Lübecker Altstadt - bauen im Gründungsviertel

Alfstraße 13-31 und Braunstraße 14-30

Baugrundstücke für
• Einfamilienhäuser
• Baugemeinschaften und
• Mehrfamilienhäuser (Miet- und Eigentumswohnungen)

Weitere Informationen unter:
www.gruendungsviertel.de

 

Bauen im historischen Gründungsviertel

39 Grundstücke stehen für individuelle Stadthäuser bereit

Es geht um nicht weniger als die Wiederbelebung des ältesten Kaufmannsviertels der Hansestadt Lübeck. Das historische Gründungsviertel zwischen Marienkirche und Trave wurde im 2. Weltkrieg zerstört. In der Nachkriegszeit entstanden hier zwei großflächige Schulgebäude. Nach deren Abriss und archäologischen Grabungen soll das Gründungsviertel nun seine Identität als urbanes Quartier zurück erhalten. Die Neubebauung orientiert sich an der Parzellenstruktur des mittelalterlichen Stadtgrundrisses. Die 39 Grundstücke werden jetzt einzeln an Bauherren oder Baugemeinschaften vergeben.

Schon die Größe des Areals macht die Bedeutung des Bauprojekts für das sensible Gefüge des UNESCO Welterbes deutlich. Es sind insgesamt 10.000 Quadratmeter Grundfläche. 140 bis 170 Wohneinheiten sollen hier in attraktiver Altstadt-Lage entstehen – vorrangig für Familien mit Kindern, Mehrgenerationenwohnprojekte und Baugemeinschaften. 40 Prozent der geplanten Wohneinheiten sollen als Mietwohnungen bereitgestellt werden. Für die Erdgeschosszonen ist eine Mischung aus Wohnen und zirka einem Drittel gewerblicher Nutzung vorgesehen. Läden, Gastronomie, Handwerksbetriebe oder Büros für freie Berufe können hier Platz finden.

Rahmenplan Gründungsviertel

In einem Rahmenplan sind die Eckdaten für die künftige Bebauung festgelegt. Die Häuser entstehen wie in Lübeck üblich als geschlossene Blockrandbebauung. Ihre Giebel sollen sämtlich zur Straße zeigen. Die Grundstücksbreiten orientieren sich an den historischen Parzellen und reichen von fünf Metern bis zu knapp über zwölf Metern. Mit den ExpertInnen des Gestaltungsbeirats wurden anhand von Architekturmodellen Vorgaben für die Höhenentwicklung der Baukörper entwickelt. Erlaubt sind bis zu vier Vollgeschosse, dazu kommen bis zu zwei Dachgeschosse. Bei den breiteren Parzellen sind Seitenflügel im Innenhof vorgesehen. „Wir streben eine Vielfalt an, die den Kontext der Altstadt bewahrt“, erklärt Annette Bartels-Fließ, die bei der Stadtplanung für das Gründungsviertel zuständig ist. Dabei müssen die Gebäude
trotzdem den heutigen funktionalen Anforderungen genügen. Bartels-Fließ betont: „Es geht um eine kritische Rekonstruktion, keinen Nachbau der alten Häuser.“

Ideenwettbewerb für ArchitektInnen

Um sicherzustellen, dass eine sensible, zeitgemäße Architektur entsteht, hat die Hansestadt 2014 einen Ideenwettbewerb ausgelobt. Die TeilnehmerInnen sollten ein Ensemble von drei Gebäuden entwerfen, die mit einer schmalen, mittleren und breiten Grundfläche stellvertretend für die benötigten Häusertypen stehen. Gefordert waren die typischen hohen Erdgeschosszonen. Bei den Fassaden sollten Ziegel oder Putz zum Einsatz kommen. 133 Architekturbüros aus ganz Europa haben sich beteiligt. Entstanden sind ganz unterschiedliche Fassadenentwürfe, die das historische Altstadthaus neu interpretieren. Im Februar 2015 vergab eine Jury acht Preise und sechs Anerkennungen.

Mit dem Kauf der Grundstücke gehen die künftigen Bauherren eine vertragliche Bindung ein, dass sie sich an den gestalterischen Gesamtrahmen halten. Die prämierten Entwürfe werden in eine Empfehlungsliste für die Bauherren aufgenommen. Wer einen Architekten mit dem prämierten Entwurf auswählt, bekommt einfacher eine Baugenehmigung und hat damit Planungssicherheit. Alle anderen müssen ihre Entwürfe einzeln mit dem Gestaltungsbeirat
abstimmen. Die Vermarktung der Grundstücke übernimmt die städtische Grundstücks-Gesellschaft TRAVE mbH. In Braunstraße und Alfstraße ist der Baubeginn ab Herbst 2016 geplant, in der Fischstraße ab Oktober 2017.

Altstadtzeitung Ausgabe 49 / Juni 2015
Redaktion: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit
www.bfoe-hh.de

Fundgrube aus Zeit der Stadtgründung

Ein Interview mit der Archäologin Ursula Radis, Grabungsleiterin im Gründungsviertel

Frau Radis, im Gründungsviertel, zwischen Fischstraße und Braunstraße, finden seit Oktober 2009 archäologische Ausgrabungen statt. Welche besonderen Funde haben Sie bisher entdeckt?
Eines meiner Lieblingsstücke unter den schon mehreren Tausend Funden ist eine kleine Figurine aus dem 14. Jahrhundert: ein kleiner Holzstock mit geschnitztem Kopf, der wahrscheinlich als Spielzeug gedient hat. Die Menschen wollten sich schon im Mittelalter mit schönen Sachen umgeben. Das zeigt auch die kostbare Gürteltasche aus Seide. Als die RestauratorInnen die Tasche gereinigt hatten, kamen spätgotische Verzierungen aus Buntmetall zum Vorschein. Da in der Nähe eine Münze mit einer Prägung von 1523 lag, nehmen wir an, dass die Tasche um diese Zeit weggeworfen wurde. Sie lag in einer der zahlreichen Kloaken, die wir ausgegraben haben. Diese Schächte im Innenhof dienten im Mittelalter und der frühen Neuzeit nicht nur als Toilette sondern auch als Abfalldeponie. Heute sind sie eine Fundgrube für uns ArchäologInnen.

Sie sind auf Stein- und Holzbauten gestoßen. Welche Materialien haben die Bauherren im Mittelalter verwendet?
Ein Novum für Lübeck ist die Vermischung der Baumaterialien Holz und Stein. Bisher galt für Lübecks Archäologie: Im 12. bis frühen 13. Jahrhundert waren alle Profanbauten aus Holz. Nur für öffentliche und Sakralbauten wurden Backoder Natursteine benutzt. Nun haben wir erstmals bei Holzkellern aus der Zeit um 1180 außen liegende Rampen aus Naturstein gefunden. Bei einem dieser Kellerzugänge haben die damaligen Baumeister sogar eine Verblendung aus Backstein davor gemauert. Diese Backsteine gehören zu den ersten aus Lübecker Produktion überhaupt. Sie sind besonders flach und kurz, wie man sie sonst nur in den romanischen Phasen der Marienkirche, des Domes und im Burgtor findet. Da stellt sich uns die Frage, wieso sie bei einem Kaufmannshaus verwendet wurden. Vielleicht waren die Hausbesitzer der jetzt untersuchten Grundstücke am Bau der nahen Marienkirche beteiligt.

Gibt es neue Erkenntnisse zur Siedlungsstruktur Lübecks im 12. Jahrhundert?
Schon vor der Grabung wussten wir, dass es drei Siedlungskerne gab: im Norden die Burg des Stadtherren, im Süden seit 1160 den Sitz des Bischoffs mit dem Dombau, in der Mitte den Trave-Hafen mit der Stadtsiedlung. Wir ArchäologInnen haben schon seit früheren Grabungen eindeutige Beweise, dass die zweite Stadtgründung 1158 hier im Gründungsviertel stattgefunden hat. Das zeigen Holzreste, die auf die 1160er Jahre datiert werden konnten. Nun haben wir Hinweise darauf, dass bestimmte Hausstrukturen darunter aus der Zeit der ersten Stadtgründung um 1143 stammen. Leider können wir ihr Alter nicht genau bestimmen. In dieser ältesten Schicht ist wenig Eichenholz vorhanden. Das stattdessen verwendete Erlenholz lässt sich schlecht dendrochronologisch datieren. Es wächst im feuchten Gebiet, und hat daher keine charakteristische Abfolge von Jahresringen, die feuchte und trockene Jahre widerspiegeln. Neue Belege haben wir für die Sozialstruktur des Gründungsviertels gewonnen. Die Holzkeller mit ihren außen liegenden Rampen sind als Warenlager der ersten Lübecker Kaufleute zu deuten. Sie stehen meist geschützt hinter den an der Straße gelegenen Wohnhäusern. Das Viertel hatte eine ideale Lage in unmittelbarer Nähe zum ersten Lübecker Hafen. Wir nehmen an, dass es neben dem Hafen einen Ufermarkt gab. An der Braunstraße waren aber auch Handwerker ansässig. Wir haben Reste einer Werkstatt für Buntmetall und eines Bernsteindrehers gefunden.

Was kann die Archäologie über das alltägliche Leben der Menschen damals erzählen?
Es ist mir persönlich wichtig, hinter allem, was wir finden, Menschen zu sehen. Unsere Befunde zeigen uns, dass die Menschen damals die gleichen Bedürfnisse, die gleichen Wünsche hatten. Nur die Umstände und Möglichkeiten, sie zu realisieren, waren andere. Es war in den Holzhäusern im Winter oft kalt. Die Menschen haben hart gearbeitet. Aber Kinder haben schon damals gespielt. Das zeigen uns die gefundenen Spielzeuge. Das Bild des armen traurigen Kindes, das früh arbeiten musste, stimmt so nicht.

Was passiert mit den Gebäuderesten, die derzeit den LübeckerInnen einen so spannenden Einblick in ihre Vergangenheit geben?
Wir ArchäologInnen dokumentieren unsere Befunde, müssen sie aber dann abtragen, um an die tiefer liegenden Schichten zu gelangen. Das ist immer auch ein Zerstörungsprozess. Wir machen das aber systematisch, so dass alle Erkenntnisse methodisch erfasst und dokumentiert werden. Außerdem versuchen wir Dinge zu erhalten, wenn darunter keine weiteren Funde zu erwarten sind. Wenn die neue Bebauung im Gründungsviertel wie geplant der Blockstruktur folgt, können beispielsweise die Außenmauern der entleerten Kloaken im Innenhof einfach wieder verfüllt und in der Erde belassen werden. Auch wenn ein Bauherr eine historische Treppe erhalten möchte, tragen wir sie nicht ab. Auf dem Hof der Hanseschule, der uns ab 2013 für eine Grabung zur Verfügung steht, werden wir bei zwei Grundstücken an der Fischstraße besonders zurückhaltend graben. Die mittelalterlichen Mauerresten sollen später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und den LübeckerInnen und ihren Gästen die historische Baustruktur zeigen.

Altstadtzeitung Ausgabe 38 / September 2012
Redaktion: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit
www.bfoe-hh.de

Den Anfängen Lübecks auf der Spur

Ausgrabungen im Gründungsviertel bringen hölzerne Bauteile ans Tageslicht

1143 ist die magische Zahl. In jenem Jahr gründete Graf Adolf II von Schauenburg die Stadt Lübeck. Was man aus Schriftdokumenten weiß, soll nun auch archäologisch nachgewiesen werden. Zwischen Braunstraße und Fischstraße sucht ein 26-köpfiges Ausgrabungsteam nach den ersten Gebäuden der Stadtgründung. Möglich ist dies durch den Abriss des Gebäudes der Dorothea-Schlözer-Schule und die Einbeziehung des benachbarten Parkplatzes an der Einhäuschenquerstraße. Auch die Hanseschule für Wirtschaft und Verwaltung wird im April 2012 verlegt. Der Umzug der Schulen macht Platz für eine Neubebauung des sogenannten „Gründungsviertels“. Und in der Zwischenzeit für die Ausgrabungen. Der Name deutet es an: Im Gründungsviertel vermutet man den Siedlungskern Lübecks. Laut dem Chronisten Helmold von Bosau freute sich Graf Adolf über den „trefflichen Hafen“ auf der Halbinsel, die er für seine Stadtgründung ausgewählt hatte. „Diesen Hafen vermuten wir im Gründungsviertel, wo der feste Lehmboden schon 1143 direkt an die Trave stieß“, erläutert Doris Mührenberg vom Bereich Archäologie und Denkmalpflege der Stadt. Anderswo bildete Sumpf den Übergang von Land zu Wasser und machte das Anlanden von Schiffen unmöglich.

Kloaken sind Fundgrube

Direkt unter dem Asphalt des Parkplatzes konnte das Grabungsteam mittelalterliche Backsteinfundamente freilegen. Sie gehören zu Häusern, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Die Keller hat man damals einfach verfüllt und den Boden planiert. Weitaus interessanter sind für die ArchäologInnen aber die hinteren Teile der Grundstücke. Dort haben die Ausgrabungen gleich fünf Kloaken zu Tage gefördert. Diese Schächte sind für ArchäologInnen eine wahre Fundgrube. Denn hier haben die Menschen nicht nur ihre Notdurft verrichtet, sondern auch allerlei Alltagsabfall entsorgt. Und gerade in den feuchten Schichten einer Kloakenfüllung werden organische Materialien über die Jahrhunderte konserviert. So kommen heute mittelalterliche Lederschuhe, Holzteller und sogar eine hölzerne Pilgerflasche zum Vorschein. In einer der Kloaken gab es einen Fund, der auf den Beruf des ehemaligen Besitzers hindeutet: Eine Vielzahl von Bernsteinperlen lässt auf einen Bernsteindreher schließen. Und tatsächlich gehörte das Grundstück an der Braunstraße Archivalien zufolge einmal dem Kaufmann Johann Paternostermaker, dem Vater des Rädelsführers des Knochenhaueraufstands von 1384. Und sein Nachname deutet darauf hin, dass er oder einer seiner Vorfahren als Handwerker Rosenkränze aus Bernstein hergestellt hat.

Holzkeller aus der Frühzeit

Aus der Frühzeit der Siedlung stammen die gefundenen Reste von hölzernen Bauwerken. Mührenberg: „Die ersten Wohnhäuser waren aus Holz, erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts begann man damit, Profanbauten aus Stein zu bauen. Vorher war dies den Kirchen und Stadtmauern vorbehalten.“ Bisher haben die ArchäologInnen einen Entwässerungsgraben gefunden, der seitlich mit angespitzten Rundhölzern verstärkt war. Und unter einer verdächtig abgesackten Mauer kamen Spuren des Holzkellers eines Vorgängerbaus aus dem 12. Jahrhundert zum Vorschein. Die Funde werden geborgen und der Fundort mit einem digitalen Vermessungsgerät aufgezeichnet. So entsteht ein dreidimensionales Modell der Ausgrabung. Die Anordnung in Schichten gibt einen Hinweis auf das Alter der Funde. Faustformel: Was tiefer liegt, ist älter. Einen anderen Schlüssel zur Datierung bieten die Holzfunde. Über einen Vergleich der Jahresringe der Hölzer kann man auf das Jahr schließen, an dem der Baum gefällt wurde. Mit Hilfe dieser Dendrochronologie wurde in den 90er Jahren bei einer Grabung auf einem Nachbargrundstück ein Holzbrunnen auf das Jahr 1152 datiert. Nun hoffen die ForscherInnen auf Funde aus dem Jahr 1143 selbst zu stoßen – oder gar auf Reste einer slawischen Vorbesiedlung. Die ist am Burgtor nachgewiesen. Aber vielleicht haben die Slawen auch schon im heutigen Gründungsviertel einen Hafen betrieben? Möglicherweise kann auch diese Frage durch die noch bis Ende 2013 andauernde Grabung beantwortet werden.

Altstadtzeitung Ausgabe 30 / September 2010
Redaktion: bfö Büro für Öffentlichkeitsarbeit
www.bfoe-hh.de


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